Bahn- und Strassenanbindung an Fehmarn-Querung Teil des Bundesverkehrswegeplanes 2030
12-04-2016Infrastructure
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat kurz vor Ostern den Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 der Bundesregierung vorgestellt. Im Norden ist man zufrieden: Die meisten Wünsche sind erfüllt – und der Aus- bzw. Neubau der Bahn- und Strassenanbindung ab Lübeck zum kommenden Fehmarn-Tunnel haben erste Priorität und finanziell gesichert.

Instandhaltung anstelle von Neuinvestitionen - und die Abschaffung von Flaschenhälsen:  Das ist der rote Faden, der sich durch die Planung von Infrastrukturvorhaben in der gesamten Bundesrepublik bis 2030 zieht. Die im Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen Verbesserungen der Infrastruktur bzw. Neuinvestitionen haben ein Gesamtvolumen von 264,5 Mia. Euro.

Der Aus- bzw. Neubau der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck/Bad Schwartau- Fehmarn-Tunnel ist hierbei mit 1,23 Mia. Euro eingeplant.

Darin sind allerdings noch nicht die Kosten  für den Neubau einer festen Verbindung über den Fehmarnsund enthalten. Heute fliesst der Verkehr dort über den sogenannten "Bügel", einer denkmalgeschützten kombinierten Strassen- und Eisenbahnbrücke, die teilweise baufällig ist und schon heute kaum noch den Spitzenbelastungen im Verkehr zwischen Festland und Fehmarn gewachsen ist.

Daher steht auch eine Renovierung und ein Ausbau der Brücke nicht mehr zur Diskussion.  Derzeit werden unter Fachleuten der DB Netz, der Landesregierung und des Bundesverkehrsministeriums verschiedene Tunnel- und Brückenlösungen für eine zweispurige Schienen- und einer vierspurigen Strassenquerung diskutiert.

Der Bau einer neuen Fehmarnsundquerung  ist jedoch  nicht Teil des Bundesverkehrswegeplanes.

Seitens der DB Netz heisst es, dass eine neue Sundquerung etwa gleichzeitig mit der Eröffnung des Fehmarn-Tunnels fertiggestellt sein kann. Die Eisenbahnstrecke wird schon ab etwa 2024 in Betrieb sein können - allerdings noch immer mit dem Engpass Fehmarnsund.

Höhere Geschwindigkeit noch nicht vom Tisch

Obwohl die neue Bahnstrecke ursprünglich auf 160 km/h ausgelegt ist, ist die Diskussion über eine Auslegung  für eine höhere Geschwindigkeit noch nicht vom Tisch. Dies sei noch immer ein Thema in der aktuellen Vorplanung, heisst es hierzu vom CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Gädichens aus Ostholstein.

Hierbei weist er auf eine Information Mitte März des Bundesverkehrsministers hin, wonach die in der Planung vorgesehenen 160 km/h wegen des Redaktionsschlusses für den Bundesverkehrswegeplan nicht endgültig festgeschrieben seien.

Auch von der DB Netz heisst es, dass alle Optionen geprüft werden. 

Autobahn in der Planung, S-Bahn in der Warteschleife

Die Planung und die Voruntersuchungen zum Ausbau der Bundesstrasse 207 ab Heiligenhafen bis Puttgarden sind im vollen Gange.

Dagegen gibt es im Zusammenhang mit dem Bundesverkehrswegeplan 2030 Unsicherheiten bezüglich der Erweiterung der S-Bahnlinie S4 von Hamburg bis Bad Oldesloe. Da der S-Bahnbetrieb normalerweise ein Teil der regionalen Infrastrukturplanung ist und somit per Definition in den Zuständigkeitsbereich der Länder fällt, ist es jetzt nicht mehr sicher, ob die S4 ein Teil des Bundesverkehrswegeplans sein kann.

Der Grund ist, dass die S-Bahn für Entlastung des Regionalverkehrs auf der Fernstrecke Hamburg - Puttgarden/Dänemark sorgen soll. Daher ist auch die Vorplanung der S4 von der EU bezuschusst worden.

Ob die S4 in den Bundesverkehrswegeplan als Priorität aufgenommen wird, hängt nun von den kommenden Anhörungen und den politischen Verhandlungen im Gesetzgebungsverfahren ab.